Saarbrücker
Bürgerforum e. V.
Mitwirkung an der Planung und Gestaltung
einer menschenwürdigen Stadt
Zielsetzung
Laut Satzung vom 11.11.1975 :
"Mitwirkung an der Planung und Gestaltung einer menschenwürdigen Stadt"
Dieses Ziel will der Verein erreichen, indem er : sich allgemein mit den Ursachen städtebaulicher Fehlentwicklungen in Saarbrücken beschäftigt, soziale Folgen für die Saarbrücker Bürger aufzeigt, konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Saarbrücker Kommunalpolitik entwickelt. Zur Beteiligung und Information der Saarbrücker Bürger führt das Saarbrücker Bürgerforum öffentliche Veranstaltungen durch, z.B. Vorträge, Podiumsdiskussionen, kulturelle Veranstaltungen und ähnlichem. Zur Erreichung der Ziele arbeitet das Saarbrücker Bürgerforum mit allen in der Stadtplanung und Stadtgestaltung tätigen und daran interessierten Gruppen zusammen, insbesondere mit Rat und Verwaltung der Stadt Saarbrücken.
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

50. Saarbrücker Altstadtfest – wer hat`s erfunden?!
Die Antwort ist einfach – das Saarbrücker Bürgerforum war`s, auch wenn sich die Bürgerinitiative erst nach dem 1. Altstadtfest 1975 als Verein diesen Namen gab.
Warum also wird dies mit keinem Wort in der offiziellen Pressemitteilung der Stadt Saarbrücken zum Jubiläumsfest erwähnt? Auch in der Plakatausstellung, die am 27.05. in der Stadtbibliothek eröffnet wurde, erschließt sich dies nur bei genauerem Hinsehen und detailliertem Lesen der Zeitungsartikel. Zwar hatte das Saarbrücker Bürgerforum bei der Pressekonferenz die Gelegenheit die Entstehungsgeschichte des Altstadtfestes und seiner Zielsetzungen zu erläutern und auch in der anschließenden Führung durch die Plakatausstellung würdigte die ehemalige Kulturamtsleiterin Silvia Kammer-Emden die historische Rolle des Vereins, jedoch findet sich davon in der Presse nichts.
Immerhin hat das Saarbrücker Bürgerforum e.V. in Eigenregie mit Unterstützung des Kulturamt 13 Altstadtfeste mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten organisiert bis es 1988 zum Bruch mit der Stadt als Mitveranstalter kam, weil diese das Thema „neue Armut“ nicht akzeptierte. Daraufhin stieg das Saarbrücker Bürgerforum aus der Altstadtfestorganisation aus, denn von Anfang an war es die Kombination von feiern und diskutieren, die dieses Fest so einzigartig machte.
Gegründet mit der Idee, der Kleinkunstszene eine Bühne zu geben und gleichzeitig eine Plattform zu bieten für die Auseinandersetzung mit städtebaulichen und gesellschaftspolitischen Themen , standen künstlerische Beiträge nicht nur unverbunden neben Podiumsdiskussionen, Unterschriftensammlungen, Tischgesprächen sondern bezogen sich auch aufeinander z.B. in Theaterszenen.
Beim 1. Altstadtfest war es die Sanierung der Altstadt St. Johann und die Forderung nach einer Fußgängerzone St. Johanner Markt, beim 2. die Saarkanalisierung und die Auswirkung auf die innerstädtische Landschaft (Abriss alte Brücke), beim 3. Und 4. der Stadtteil Altsaarbrücken und die Restaurierung des Schlosses. Bei den weiteren Altstadtfesten wurde die Situation von Kindern, älteren Menschen und Ausländern thematisiert, bei späteren Festen die Zukunft der Arbeit, stadtökologische Konzepte und Energie (Stichwort: Tschernobyl)
Nach 1987 entwickelte sich das Altstadtfest immer mehr zu einem Musikfestival mit Kulinarik und Rahmenprogramm für die ganze Familie - wie es Oberbürgermeister Conradt beschreibt.
Diese völlige Abkehr von der ursprünglichen Gründungszielsetzung wurde überdeutlich als sich das Saarbrücker Bürgerforum in diesem Jubiläumsjahr mit einem Infostand und einer Unterschriftenaktion zur Umgestaltung des Beethovenplatzes beteiligen wollte. Das sei zu politisch und passe nicht zum Charakter des Festes - so der Tenor der Absage. Für uns völlig unverständlich, denn es war der Erfolg der Unterschriftensammlung am ersten Saarbrücker Altstadtfest, dass aus dem Verkehrsknotenpunkt St. Johanner Markt das heutige „Wohnzimmer“ der Stadt wurde – „die gudd stubb“. Aber vielleicht wurde ja ein ähnlicher Erfolg befürchtet bei einem Aufruf zur Umgestaltung des Beethovenplatzes. In der Pressekonferenz kommentierte denn auch Ulrike Donié, die 2. Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums, dieses Verbot mit dem Satz frei nach Loriot „früher war mehr Freiheit!“
Übriggeblieben von der Gründungsidee des Altstadtfestes ist somit lediglich das Motto „Kultur soll etwas zum Mitmachen für alle sein“. Wir vom Bürgerforum glauben allerdings, dass durchaus Interesse an einer politischen Diskussion auch im Rahmen eines solchen Festes besteht.
Es kommt auf einen erneuten Versuch an! Im Jahr 2000 klinkte sich das Saarbrücker Bürgerforum zu seinem 25jährigen Jubiläum wieder in die Organisation des Altstadtfestes ein und stellte es unter das Thema „Wasser“. Mit zahlreichen künstlerischen Beiträgen, Aktionen, Podiumsdiskussionen und Infoständen wurde an 2 Tagen der Innenhof der Stadtgalerie zu einem Ort der Information, des Austauschs und der Begegnung. „Feiern und diskutieren“ - geht doch!!
Petra Otto, 1.Vorsitzende Saarbrücker Bürgerforum e.V.
Die Ausstellung „Plakate erzählen Geschichte(n)“ ist noch bis 18. Juli in der Stadtbibliothek zu sehen.
Tempel“ im Echelmeyerpark – es geht voran, endlich!
Seit 2020 thematisiert das Saarbrücker Bürgerforum den vernachlässigten Zustand und das Potential des Ensembles um die Rotenbergtreppe, insbesondere des „Tempelchens“ im Echelmeyer Park . In zahlreichen Aktionen ist es gelungen, dieses denkmalgeschützte Bauwerk ins öffentliche Bewusstsein und das der städtischen Entscheidungsträger zu rücken, um die ehemalige Einsegnungshalle einer neuen Nutzung zuzuführen.
Wesentliche Forderungen der BürgerInnen wurden in ein Konzeptvergabeverfahren 2023 aufgenommen. Es kam zu langwierigen Verhandlungen mit einem Bewerber, der sich allerdings zurückzog. Das Saarbrücker Bürgerforum hatte bzgl. des „Tempelchens“ bei Erik Schrader, kaufmännischer Leiter Gebäudemanagement der LHS, im März 2026 nachgefragt. Folgendes hat er geantwortet:
"Wie bekannt hat der damals interessierte Gastronom, der sich auch erfolgreich an dem Konzeptvergabeverfahren beteiligt hatte, erklärt, dass er kurz- bis mittelfristig kein neues Gastronomieobjekt umsetzen kann. Hintergrund ist dabei die aktuell schwierige Lage in der sich die Gastronomie befindet.
Der städtische Gebäudemanagementbetrieb hatte daher dann eine verwaltungsinterne Abfrage bei interessierten Stadtämtern durchgeführt und nach Ideen und Vorschlägen gefragt. Als Ergebnis ist nun festzuhalten, dass ein befähigter gemeinnütziger Träger (in städtischer Trägerschaft) sich vorstellen kann, dass im sog. „Tempel“ ein sog. „Tagescafe“ eingerichtet werden könnte. In diesem würden dann Menschen wieder für eine dauerhafte Tätigkeit im Arbeitsleben qualifiziert werden und eine öffentliche Nutzung für die Bevölkerung wäre dann gegeben. Wobei dann aber davon ausgegangenen werden kann, dass die Öffnungszeiten sich dann auf den Vormittag, Mittag bis zum frühen Abend begrenzen würden.
Es werden nun die weiteren Gespräche für die Konzeption geführt, wobei davon dann ausgegangen werden kann, dass es ab dem Vormittag kleinere Speise- und Getränkeangebote für die Berufsschüler geben könnte und dann ab dem Mittag auch Anwohner und Besucher des Parks mit einem kleinen gastronomischen Angebot angesprochen werden sollen.
Im Anschluss wird dann zu klären sein, wie die Verträge ausgestaltet und die Betriebskonzeption baulich genehmigt und umgesetzt werden kann.
Dabei ist unstrittig, dass eine Umsetzung nicht kurzfristig (also in den nächsten Monaten) umzusetzen wäre.
"
Das Bürgerforum befürwortet ausdrücklich diese Entwicklung, kommt sie doch unseren ursprünglichen Ideen und den Vorstellungen der Anwohnerschaft am Nächsten. Mittlerweile sind umfangreichen Umbauarbeiten im Gange, das Betriebskonzept steht und die Eröffnung ist für Oktober 26 geplant.


